Praktikum in einem Modeunternehmen - wie ist es?

In meinem letzten Blogpost (hier) hab ich euch ja von meinem ersten Praktikum in meinem Leben erzählt in einem Vliesstoffunternehmen. Nun denn, die Woche darauf, also vom 3.9. - 7.9.2018 hab ich ein Praktikum in einem Modeunternehmen absolviert. Wieder als Euro-Industriekauffrau (um einen Vergleich zu haben) im Export. Es unterschied sich sehr von dem Praktikum letzte Woche, aber das werde ich euch jetzt ja alles schildern.


1. Tag
Am ersten Tag sollte ich ganz gechillt, erst um 8.30 Uhr am Empfang sein. Fand ich schon mal ganz cool. Meine Betreuerin hat mich den ganzen Kollegen vorgestellt und der erste Unterschied vom anderen Vertrieb war schon mal, dass alles ziemlich aufm ersten Haufen ist auf dem ersten Blick. Es ist keinsfalls schlecht, alles hat seine Vorzüge. In diesem Unternehmen konntest du halt leichter jemanden anders um Hilfe bitten und hingehen (bei der anderen Firma müsst ihr wissen, dass alles renoviert wurde sozusagen glaub ich und alles irgendwie schallgedämpft und modern und so).

Nun ereignete sich sozusagen etwas unerwartetes, denn meine Betreuerin kam selber erst vom Urlaub und wusste nicht, dass die Besuch von England bekommen haben, die sozusagen deren Vertreter sind (an dem Tag hatten die zwei Personen das Vorstellungsgespräch). Nun wurde ich bisschen abgeschoben bei einem Ferienmitarbeiter, was ich aber nicht schlimm fand, weil ich mich mit dem voll gut verstanden habe. Wir sollten so Ablagen sortieren und einordnern und ich weiß nicht, wieso, aber ich liebe diese Arbeit. Irgendwie findet man darin so bisschen Ruhe, ich weiß auch nicht :D. Nach der Mittagspause jedoch haben der Ferienmitarbeiter und ich mit dem Besuch aus England noch eine Betriebsführung bekommen, die echt sehr interessant war, weil wir eben überall hinkamen und alles sehen konnten, auch die verschiedenen Kollektionen. Irgendwann dann jedoch, als der Besuch aus England auch abreisen wollte, sagte meine Betreuerin zu mir, dass ich doch auch aufhören soll, da ich wegen reinschnuppern gekommen bin und nicht wegen Ablagen und sie mich heimfährt (sie wohnt in der Nähe von meiner Stadt) und dass es ihr so leid tut. Dabei fand ich es ja gar nicht so schlimm.

Mein erster Tag war also echt schön, meiner Meinung nach bis darauf, dass ich echt schlimme Bauchkrämpfe hatte an dem Tag und ich 3 Schmerztabletten eingeworfen hab...

2. Tag
Noch eins vorweg, meine Betreuerin hat mir gesagt, dass ich ruhig um 9 Uhr kommen kann, damit sie dann, wenn sie um 8 Uhr dort ist, ihre Mails lesen kann und auch mal gucken kann, was sie mit mir macht und dann ungefähr um 15 Uhr/15.30 Uhr gehen kann, weil ich ja eh nur reinschnupper und keine Vergütung bekomme. Ich bin mit meinem Zug jedoch immer eine Stunde vorher da gewesen und hab mich dann in den Pausenraum gesetzt und bisschen gelesen und gechillt, da sie auch freies Wlan hatten, was ich natürlich toll fand.

Ich weiß gar nicht mehr genau so im Nachhinein, was ich gemacht habe, aber irgendwas mit Aufträgen eingeben und Neukunden anlegen und Mails gucken war bestimmt... oh ich hab einfach so ein schlechtes Gedächtnis. Aber ich glaube, dass ich am zweiten Tag ziemlich oft, wenn nicht die ganze Zeit bei meiner Betreuerin gesessen war und ihr über die Schulter geschaut habe oder ihre Anweisungen befolgt habe. Das fand ich auch ganz gut, dass mich meine Betreuerin bisschen machen ließ und dabei neben mir saß.
Nachmittags hab ich aber denk ich Auftragsbestätigungen gedruckt und abgespeichert. Ich fands cool, dass ich so eine Aufgabe bekommen hab, weil ich dann auch irgendwann Routine reinbekommen hab und Spaß daran gefunden hab.

3. Tag
Ich war die ganze Woche eigentlich nur in der Abteilung Export, was ich aber gar nicht mal so schlecht fand, weil an sich ist die Firma ja nicht soo groß und die Abteilung hat ja noch am meisten mit Euro-Industriekauffrau zu tun gehabt und ich konnte mich eher an die Menschen, an die Aufgaben, an die Abteilung gewöhnen.

Am Mittwoch hatte meine Betreuerin frühs schon eine Aufgabe für mich, die ich selber erledigen durfte. Sie hat mir die Aufgabe natürlich erst vorher gezeigt und dann konnte ich den Rest selber erledigen. Und zwar sollte ich für einen Kunden Musterteile/samples in die Aufträge eingeben und abspeichern. Diese Aufgabe ähnelte bisschen der Auftragsbestätigungsaufgabe und mir gefiel sie ganz gut.
Nachmittags hab ich wieder bisschen über die Schulter geguckt und geholfen/beigestanden. Als meine Betreuerin dann ging, weil sie ja nur halbtags arbeitet, durfte ich einen Haufen Auftragsbestätigungen machen und weil teilweise das Abspeichern auch so lange dauerte, konnte ich nebenbei bisschen lesen und am Handy was gucken.

4. Tag
Den Donnertag begann ich mit dem Rest von Auftragsbestätigungen, die ich gestern noch nicht erledigt hatte und irgendwie hab ich mich dabei so voll, ich weiß nicht, cool gefühlt, als würde ich wirklich da arbeiten und dazu gehören, weil ich eben so reinkam und hey, ich weiß, was ich tun muss. Mittendrin hat mich meine Betreuerin auch ab und zu unterbrochen, um wichtigere Dinge zu erledigen, die Auftragsbestätigungen sollten eine Art "Lückenfüller" sein, wenn es nichts anderes mehr gab. Eine meiner anderen Aufgaben war z.B so ne Übersicht über die erste Saison zu erstellen mit den verschiedenen Messen, Daten und Orten.

Nachmittags hab ich den Rest Auftragsbestätigungen erledigt und dann sollte ich mit meiner Betreuerin "runter", um die Musterteile, die ich für den einen Kunden eingegeben hatte, auch einzuholen. Diesen Teil fand ich mit am tollten, weil ich die verschiedenen Kollektionen sehen konnte, die Teile suchen durfte und raushängen durfte. Das ist auch sowas, was eben in einem Modeunternehmen passieren kann und ich find das toll. So, live mit Fashion zu tun zu haben. Also, um zurückzukommen, das sollte ich eben tun und anschließend, als die Teile oben auf einer Stange hingen, hab ich mich einer noch unterhalten, die die Ausbildung macht, die ich machen will. Bisschen blöd ist halt, dass ich schon ziemlich viel weiß, denk ich, weil ich mich seh über das Thema informiert habe, aber sie konnte mir noch eben sagen, dass während der Ausbildung man durch alle Abteilungen geht, alles eigentlich so lernt, auch Buchhaltung und so und man anschließend mit dem Beruf überall in der Abteilung eingesetzt werden kann. Das find ich eigentlich richtig cool, auch wenn ich irgendwann schon gern im Export eingesetzt werden möchte, weil ich dann mit (ausländischen) Kunden zu tun habe und meine Sprache(n) verwenden kann. Man kann aber eben diesen Beruf ebenfalls "studieren", aber ich will ja eher die Ausbildung machen und danach vielleicht ein Studium dranhängen.

5. Tag
So, nun war auch mein fünfter und letzter Tag gekommen. Wieder einmal unglaublich, wie schnell eine Woche vergeht und besonders kurz war der Freitag auch, weil ich nur vormittags anwesend war. Ich saß wieder an einem "eigenen" Tisch und habe dann mit meiner Betreuerin einige Neukunden angelegt, was ich interessant fand (meine Betreuerin ist für den Export in Russland zuständig und manchmal wars echt schwer, das alles aufzuschreiben :D). Danach sollte ich eine Karte von Russland erstellen und die Orte darauf markieren, woher die neuen Kunden kommen. Die Kunden sind alle jedoch, um es nicht falsch zu verstehen, keine Einzelkäufer sozusagen, sondern Händler. Die Firma hat zwar ebenso ein Outlet, aber hauptsächlich geht die Ware an Verkäufer. Meine letzte Aufgabe war Bilder von den Teilen auszudrucken, die wir gestern nicht gefunden haben, damit die Betreuerin wusste, welche Teile mit welcher Nummer gemeint waren.

Am Schluss meines Praktikums hab ich noch ein Notizbuch, ein Kulli und verschiedene Kataloge bekommen. Irgendwann krieg ich auch noch eine Praktikumsbestätigung.

Um alles noch einmal zusammenzufassen, ich hab dieses Praktikum keinswegs bereut (obwohl das Zugticket teurer war als das von letzter Woche), es war richtig informativ, was nicht zuletzt daran lag, das meine Betreuerin mir wirklich viel und alles erklärt und gezeigt hat und mir hat es sehr Spaß gemacht, weil ich vieles selbstständig erledigen durfte. Auch in diesem Unternehmen hab ich einen schönen einblick bekommen und ich fand hier besonders schön dieses kleine, familiäre, besonders in der Mittagspause, wo ich mich gleich wohl gefühlt habe und eingeschlossen wurde.

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