Was passiert bei einem Praktikum?

Die Frage hab ich mich immer gestellt und jetzt kann ich sie aus meiner Sicht beantworten. Wer mich auf Instagram (hier) verfolgt, weiß, dasss ich in der Woche vom 27.8 - 31.8 ein Praktikum bei dem Vliesstoff-Unternehmen XY (den genauen Namen will ich nicht nennen) als Euro-industriekauffrau gemacht und von vornherein kann ich sagen, dass es sehr interessant und informativ war und mich weitergebracht hat. Ich bin mir nämlich eigentlich noch sicherer, dass ich diese Ausbildung nach meinem Abitur machen will, aber nächste Woche mach ich ja auch noch ein Praktikum bei einer anderen Firma, dann kann ich nochmal abwägen.

Vorweg, was ist eine Euro-Industriekauffrau?

Euro-Industriekauffrau ist nicht gleichzusetzen mit Eurokauffrau, was viele machen! Einfach gesagt qualifiziert man sich als Euro-Industriekauffrau für eine kaufmännische Tätigkeit mit internationaler Ausrichtung bzw. es ist Industriekauffrau mit Sprache. Die Ausbildung dauert 2,5 Jahre, Voraussetzung ist Abitur und in meinem Fall auch Englisch. Man hat dann auch noch ein Pflichtwahlfach in Spanisch oder Französisch.
Für mich klang diese Ausbildung/Beruf sehr attraktiv, weil einerseits Abitur die Voraussetzung ist und ich somit meine Jahre nicht verschwendet hab, ich mit anderen Menschen zu tun hab, ich spanisch lerne und während der Ausbildung auch 3 Wochen in Spanien sein werde und ich mit Sprachen zu tun hab, besonders englisch.

Aber genug darüber, fangen wir mit meinem Praktikum an...

1. Tag

Ich sollte mich am ersten Tag um 7.30 Uhr beim Empfang melden (die Woche bin ich jeden Tag um 5.30 Uhr aufgestanden, weil ich Zug fahren musste und zum HBF bzw. zu der Firma laufen musste) und hab erst eine Sicherheitsanweisung bekommen und eine Ausweiskarte, die aber eigentlich voll unnötig war, weil ich damit nirgendwo reinkam :D. Außerdem haben die mich vorher nicht darüber informiert und somit sah ich total fertig aus, aber naja, ist ja nicht schlimm. Anschließend war ich den ganzen Tag im Verkaufsinnendienst Transportation und hab fast den ganzen Tag Angebote geordnet und in eine Excel-Tabelle eingegeben. Die anderen in der Abteilung haben mich eigentlich gar nicht so beachtet, ob das gut war, kann ich nicht beurteilen, aber ich war froh, Arbeit zu haben, die mir irgendwie auch voll gefallen hat. Zum Schluss hin, als ich fertig war, wussten die auch nicht so recht, was ich machen sollte, sodass ich dann was kopiert hab, Ordner angelegt hab und noch bisschen in deren Intranet (Internet-für die in der Firma sozusagen) rumgeguckt. Montag bis Donnerstag war ich immer um 7.30 Uhr da und 16.30 Uhr wieder weg.
Mein erster Tag ging relativ schnell vorüber und war ziemlich cool.

2. Tag

Am zweiten Tag sollte ich von einem Azubi abgeholt werden, aber der war später als ich da, sodass ich von jemandem anders abgeholt wurde und war dieses Mal vormittags im Verkaufsinnendienst Filter. Als erstes hat mir der Abteilungsleiter eine Stunde lang über alles irgendwie informiert und dann war zum Glück der Azubi auch da bzw. der Abteilungsleiter musste auch irgendwie weg und dann sollte ich Bestellungen (?) überprüfen und auch eingeben. Da der Azubi jedoch auch eine Schulung hatte, saß ich nach meiner Arbeit dann neben einer anderen Mitarbeiterin, die jedoch voll cool war und mir einiges erzählt/gezeigt hat. Es war ziemlich lustig mit ihr, obwohl ziemlich schade, dass ich nichts machen konnte. Das ist halt eben das Blöde an einem Praktikum. Es ist schon schwer, eine Aufgabe zu finden für einen Praktikanten, die er schnell versteht einerseits, aber auch anspruchsvoll ist andererseits.
Nachmittags war ich im Personal und da sollte ich zuerst mit einem Azubi einen Seminarrraum aufräumen und dann für deren Facebook-Seite für einen Post so seine Bildunterschrift mir überlegen und anschließend mit dem gleichen Azubi einen Artikel verfasssen. Zum Schluss haben wir auch noch so Bewerbungen ins System eingegeben. Die Auszubildende war super freundlich und nett.

3. Tag

Am Mittwoch war ich vormittags ebenfalls im Filter und da hab ich eigentlich den ganzen Vormittag dem Azubi über die Schulter geschaut. Er war auch ziemlich nett und hat mir viele Sachen auch erklärt und mich machen lassen, was ich ziemlich toll fand, weil ich mich dann nicht so gelangweilt hab. Er hat mir so seine Aufgaben als Auszubildender gezeigt und abgearbeitet sozusagen, aber ich hab eigentlich mehr oder weniger alles wieder vergessen. Jedenfalls ging dann der Vormittag auch vorbei und nachmittags saß ich wieder im Personal. Da sollte ich dieses Mal eine Art "Checkliste für ein Vorstellungsgespräch" erstellen für diejenige, die das Vorstellungsgespräch führt und mir Fragen überlegen, die Sie stellen könnte. Als ich damit fertig war, hat mich die Azubi von Dienstag ein bisschen in der Produktion rumgeführt und erklärt. Um ehrlich zu sein, hatte ich zuerst gar keine Lust so, aber dann fand ichs wirklich interessant und cool. Ich fands auch mega nett von der Azubi, dass sie das gemacht hat. Zurück im Personal hatte ich wieder keine Arbeit und sollte dann für die neuen Azubis kommende Wochen einige Sachen noch in den Seminarraum schleppen, aber naja, Arbeiten für Praktikanten zu finden ist halt bisschen schwer, I guess.

4. Tag

Donnerstagvormittag hab ich eine Azubi bei der Frühpost begleitet. Eine Arbeit, die ziemlich nervig ist denk ich, wenn man das öfters machen muss, aber zum Einstieg eigentlich gar keine schlechte Idee, weil man überall hinkommt und so bisschen die Leute kennenlernt. Es ist ein einziges Warten, Sortieren, Austeilen. Spaß würde ich nicht sagen, dass es mir gemacht hat, da es wirklich anstrengend war, aber mir wurde wenigstens nicht langweilig. Nach der Frühpost war ich im Verkaufsinnendienst Hygiene/Wipes. Meine Betreuerin war echt supercool, lieb und sympathisch. Sie wollte mir eigentlich einiges zeigen, für was sie zuständig ist und so, aber irgendwie gab es an dem Tag ein Problem, sodass sie sich nicht so um mich kümmern konnte. Trotzdem hat sie mir noch ein paar Dinge gezeigt (teilweise auch, während sie mit jemand anders telefoniert hat). Es war zwar schon irgendwann sowieso bald Mittag, aber dann sollte ich bis dahin einfach noch einen Ordner anlegen. Meine Betreuerin hat sich danach noch tausendmal entschuldigt.
Nachmittags saß ich im Verkaufsinnendienst Technik/Comfort, aber noch in einem "Container", weil die Firma umbaut/renoviert und diese Abteilung kurzfristig dahin umziehen musste. Meine Betreuerin dort war auch sehr nett und hat mir einiges gezeigt und auch die anderen Kollegen haben mir ein bisschen erzählt, wofür Vliesstoff verwendet wird in ihrer Abteilung. Hauptächlich im Bereich Akustik und/aber ebenfalls für Möbel z.B. Da hab ich einige kleine Aufgaben noch erledigt und schließlich war auch mein vorletzter Tag zu Ende.

5. und letzter Tag

Krass, wie eine Woche vergeht und Freitagvormittag saß ich wieder im VID Hygiene/Wipes und hab einen Text, den meine Betreuerin mir gegeben hat, vom englischen ins deutsche übersetzt. Die Variante finde ich immer einfacher. Mittendrin hab ich eine kleine Pause gemacht, saß neben meiner Betreuerin und sie hat mir einige Sachen erzählt. Beispielsweise wo Vliesstoff überall ist im Bereich Hygiene (Windeln, Damenhygiene, Erwachseneninkontinenz), wieso man da so vorsichtig ist bei der Produktion, wie so ein Produkt aufgebaut ist uvm. Als ich später eine Tüte mit "Goodies" runterbringen sollte in die Abteilung Marketing, hat sie mir einfach einige Sachen aus der Tüte rausgetan und mir gegeben und so gesagt: "Das kannst du doch bestimmt auch gebrauchen. Nimms einfach mit." Fand ich natürlich mega.
Um 12 Uhr bin ich dann nochmal runter zum Personal, weil ich meine Bestätigung für mein absolviertes Praktikum (eigentlich hätte ich danach einfach abhauen sollen :D) abgeholt habe und da hat mir die eine auch wieder so eine Tasche mit "Goodies" geschenkt. Fand ich super nett.
Der Nachmittag war ziemlich schnell vorbei, da ich nur bis 14.45 Uhr hatte und ich sollte zuerst einen Text übersetzen, dieses Mal jedoch von deutsch ins englische (Da hab ich immer voll die Probleme irgendwie bzw tu mich halt schwerer). Danach sollte ich einige Rechnungen überprüfen und joa, das wars dann auch mit meinem Praktikum.

Fazit

Ich muss sagen, dass mir das Praktikum wirklich gut gefallen hat und ich es auch jedem weiterempfehlen würde, besonders, wenn er einen Beruf ausüben will, sich aber nicht sicher ist, ob das auch was für ihn wäre. Natürlich kann es sein, dass es bisschen langweilig wird während der Zeit, aber man sammelt immer irgendwelche Erfahrungen. Des Weiteren tut sich so ein Praktikumsnachweis in einer Bewerbung immer gut und wenn du bei der Firma irgendwann arbeiten willst, dann sowieso. Man bekommt einen guten Einblick in das Arbeitsleben und dem Unternehmen und den Kollegen. Mit Schule kann man es überhaupt nicht vergleichen. Es hebt sich so vom Schulleben ab und es war für mich natürlich ebenfalls bisschen anstrengend, aber ich bereue es nicht, bin viel rumgekommen und bin schon gespannt auf mein Praktikum nächste Woche. 

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